[DE] ÖPNV-Talk - Berlin und Brandenburg

  • Ich bin der Meinung, was Herr Wieseke (Berliner Fahrgastverband IGEB) im RBB über das Notnetz ist richtig und sollte auch so sein. Das ist nur ein Macht kampf der GDL.

    150 Jahre Berliner Straßenbahn 22.08.1865
    75 Jahre O-Bus Eberswalde
    Ehem. U-BahnlinieU55

  • ... mit dem Arbeitgeber und das ist richtig und erstreikenswert!!! Gottlob können die Eisenbahner der DB AG noch streiken! Viele andere in unserem Land haben nicht mal eine Arbeitnehmervertretung und wenn sie damit drohen, um ihre Rechte durchzusetzen, droht der Arbeitgeber seinerseits mit Kündigung. Es ist das gute Recht der GDL dem Arbeitgeber klar zu machen, daß es nicht geht, daß man Tarifverträge nur mit willfährigen Spartengewerkschaften macht (EVG/GdE, weil man da Personen platziert hat, die einem besonders gut gesonnen sind) und diese dann ohne Diskussion von anderen zu akzeptieren sind. Da geht es nicht hauptsächlich um Machtkämpfe zwischen den Gewerkschaften, sondern da geht es um gleichbereichtigte Teilhabe aller Kolleginnen und Kollegen in einem Unternehmen. Und auch Mitbestimmung ist Teilhabe! Wer das anders sieht, der möchte die Deutsche Arbeitsfront oder den FDGB wieder einführen, nur, weil ihm das augenscheinliche Vorteile bringt. Dann aber, sollten wir auch schnellstmöglich über die Einführung einer einheitlichen Krankenkasse und anderem Einheitsgedöns nachdenken, weil das auch einiges hier und da vereinfachen könnte und schließlich vielleicht Kosten spart ...

  • Wer das anders sieht, der möchte die Deutsche Arbeitsfront oder den FDGB wieder einführen, nur, weil ihm das augenscheinliche Vorteile bringt.


    Tja, wer nun am Wochenende zum Einheitsfest in Berlin weilt und dann dank der GDL weniger Bahnverkehr angeboten wird, als vor 25 Jahren, dann werden sicherlich auch solche Gedanken in einigen Köpfen umhergeistern. Der Streik trift die Kunden und damit die falsche Partei. Das wird dann ein neuer Tiefpunkt für Berlin, den uns die GDL per DB/ S-Bahn beschert.


    Be GDL, Be Stillstand, Be Berlin!

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Muss nicht sein. Die BVG hat die S-Bahn im Westteil der Stadt bekanntlich schon einmal aufgepäppelt. Den derzeitigen Rotz soll die DB mal selbst ausbaden. :D

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Naja, ich kann schon verstehen, dass viele Unverständnis für den Streik zeigen. Ich werde am Donnerstag und Freitag auch 3 Stunden Fahrt (pro Richtung) mittels Regionalbusse auf mich nehmen, um mein Ziel zu erreichen. Normalerweise fahre ich netto 45 Minuten - selbstverständlich kann man unter genannten Umständen nicht von einer zügigen Reise sprechen und nicht von ÖPNV, der dem heutigen Standard genügt. Aber na gut - hoffen wir, dass es endlich zu einem Entschluss kommt - hinnehmbar ist das nicht mehr wirklich. Auch die Mitglieder der GDL müssen sich damit abfinden, dass man in der heutigen Zeit für immer mehr Leistung immer weniger bezahlt wird - das ist halt der Gang der Dinge überall, das geht so lange weiter, bis es irgendwann 'mal wieder 'nen Urknall gibt...

    "Kommen heißt Gehen."

  • Weselsky und seine Schergen suchen sich ja solche Termine nicht umsonst aus. Der letzte große Streik fiel nicht aus Zufall mit dem Beginn der Herbstferien zusammen. Nun haben wir in den nächsten Tagen in Berlin einige Großveranstaltungen. Neben dem in aller Welt beachteten Einheitsfest, welches am Wochenende große Teile der Innenstadt für den Busverkehr unpassierbar macht, spielt am Freitag Hertha BSC gegen Hannover 96 im Berliner Olympiastadion. Und damit die Kacke so richtig dampft, fallen die Anreise zum Stadion und der Berufsverkehr zusammen. Zusätzlich wird am Wochenende die U7 wegen Bauarbeiten zwischen Mehringdamm und Berliner Straße gesperrt und fällt damit als Ringbahnersatz aus.


    Es scheint übrigens einige S-Bahner zu geben, die bereit sind, den Streik zu brechen. Mal schauen, welches Chaos dieses Mal am Nordbahnhof produziert wird.^^


    Zynisch nachgetreten:
    In Berlin müssen die GDLer übrigens auf den Bahnsteigen stehen und Flagge zeigen. Sonst weiß nämlich keine Sau, dass sie der Grund für den Ausfall sind... :D
    Amen!

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Mittlerweile fehlt mir jegliches Verständnis für die GDL.
    War es am Anfang noch Vertretbar das Gestreikt wird, schießen sich die Lokführer meiner Meinung nach diesmal ein großes Eigentor.
    Wie die Tarifverhandlungen im Detail aussahen kann man nur erahnen und über die Bereitschaft eine Lösung zu finden auch.
    Mich stört es bloß extrem, dass sich die GDL Termine aussucht, an denen in Berlin Großveranstaltungen sind wie Bern(ar)d es schon sagte.
    Beim ersten Streik war es teilweise recht amüsant als einziger Sonderzug zu fahren und die verdutzten Gesichter an den Bahnsteigen zu sehen, aber so langsam hat die GDL ihren Zenit wahrscheinlich nicht nur bei mir, sondern auch bei vielem anderen Deutschen überschritten.
    Man darf gespannt sein was fährt.....

  • Vom Hören und Sagen gibt es wohl mittlerweile einige Lokführer (möge man mich steinigen, wenn ich die Bezeichnung wieder falsch habe, ich werde es in diesem Leben nicht mehr lernen :)), die das Verhalten der GDL selbst etwas befremdlich finden. Viele sind und waren schon mit ihrem Gehalt zufrieden. Zumal ich auch betonen muss, dass sie alle nicht wenig verdienen - es ist halt, wie ich finde, "Nörgeln" auf hohem Niveau. Ich glaube eher, dass hier die Machtposition ausgefahren wird.

    "Kommen heißt Gehen."

  • Ich glaube eher, dass hier die Machtposition ausgefahren wird.

    Nichts anderes ist es. Die DB AG hat nach meinen mir zugesteckten Informationen so gut wie allen Forderungen der GDL (mit mehr oder weniger starken Aushandeln) zugestimmt. Es geht vielmehr darum, dass der Herr Weselsky die Kontrolle über alle Angestellten der Bahn haben möchte ... vom Lokführer zum Kontrolleur und Speisewagen-/Service-Mitarbeiter, ... (rund 40.000), die in einer anderen Gewerkschaft sind.


    Dabei hat die GDL auf ihrer Website (ja, ich gestehe mir diese aboslute Gräultat zu :pinch: ) den Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes angepinnt: "In Deutschland kann jeder Arbeitnehmer frei entscheiden, welche Gewerkschaft seine Interessen vertritt. Dieses Freiheitsrecht ist in Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes verankert – es gilt ausdrücklich „für jedermann und für alle Berufe“." Dann kann sich Weselsky das auch mal durchlesen und vielleicht mal endlich Ruhe geben. Ich habe ja immer noch die Hoffnung, dass er nach dem Wochenende gestürzt wird - die "Hassfigur Nummer eins der Republik" :thumbsup:

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  • Es gibt wiederrum auch die Lokführer, die sich dann denken, "ach heute keine Arbeit", wie schön, die werden sich dann nicht gegen den GDL-Boss stellen...


    Das ist aber nur der verschwindend geringe Teil der Lokführer, die mal eben auf ein Drittel ihres Einkommens verzichten können.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Die DB AG hat nach meinen mir zugesteckten Informationen so gut wie allen Forderungen der GDL (mit mehr oder weniger starken Aushandeln) zugestimmt. Es geht vielmehr darum, dass der Herr Weselsky die Kontrolle über alle Angestellten der Bahn haben möchte ... vom Lokführer zum Kontrolleur und Speisewagen-/Service-Mitarbeiter, ... (rund 40.000), die in einer anderen Gewerkschaft sind.


    Wie kommst du darauf, dass diese in einer anderen Gewerkschaft sind? Es geht um 37.000 Mitarbeiter, davon sind 19.000 in der GDL und nur 8.000 in der EVG. Der Rest ist in keiner Gewerkschaft. Der Anspruch der GDL auf Vertretung ihrer eigenen Mitglieder ist also auch auf Basis der Zahlen legitim. Im Jahr 2007 wurde in einem Tarifvertrag vereinbart, dass die GDL nur für die Lokführer verhandelt. Alleine deswegen hat sie den Anspruch in der Vergangenheit nicht geltend gemacht. Diese Vereinbarung ist nun abgelaufen, natürlich will die GDL nun ihre Zuständigkeit ausweiten. Das ist auch durch die unrühmliche Geschichte der EVG-Vorgängerin Transnet begründet. Diese hat sich für eine Privatisierung der DB eingesetzt und auch prekären Beschäftigungsverhältnissen zugestimmt. Ihr Vorsitzender Norbert Hansen wechselte 2008 in Windeseile in den DB-Vorstand, also zum Gegner. Dort blieb er keine 2 Jahre und kassierte eine Millionenabfindung, d.h. er hat durch die Aktion für immer ausgesorgt, während die Mitarbeiter bei der DB etliche Jahre für ihre Rente arbeiten müssen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die Geschichte von damals, viele DB-Mitarbeiter tun es sicher und sind der EVG daher auch nicht sonderlich zugetan.


    Dabei hat die GDL auf ihrer Website (ja, ich gestehe mir diese aboslute Gräultat zu :pinch: ) den Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes angepinnt: "In Deutschland kann jeder Arbeitnehmer frei entscheiden, welche Gewerkschaft seine Interessen vertritt. Dieses Freiheitsrecht ist in Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes verankert – es gilt ausdrücklich „für jedermann und für alle Berufe“." Dann kann sich Weselsky das auch mal durchlesen und vielleicht mal endlich Ruhe geben. Ich habe ja immer noch die Hoffnung, dass er nach dem Wochenende gestürzt wird - die "Hassfigur Nummer eins der Republik" :thumbsup:


    Weselsky will für seine Mitglieder verhandeln. Diese haben sich offensichtlich durch ihre Mitgliedschaft entschieden, dass sie von der GDL vertreten werden wollen. Es geht der GDL nicht darum, unbedingt für EVG-Mitglieder verhandeln zu wollen.


    Ehrlich, plappert nicht immer den oberflächlichen Blödsinn aus der Medienkampagne gegen die GDL nach, sondern lest lieber mal etwas zu den Hintergründen des Streiks.

  • Ach und von wo hast Du Deine Informationen? Von der Bild? ;)

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  • Ehrlich, plappert nicht immer den oberflächlichen Blödsinn aus der Medienkampagne gegen die GDL nach, sondern lest lieber mal etwas zu den Hintergründen des Streiks.


    Na die Verbreitung von Weselskys Propaganda ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Nicht umsonst rumort es derzeit heftig innerhalb der GDL. Man kann der Deutschen Bahn dort nur einen langen Atem wünschen.


    Eine bessere Werbekampagne für den Erwerb eines eigenen PKWs oder für die Fernbusse können sich jedenfalls weder die deutsche Automobilindustrie, noch die Fernbusunternehmen wünschen.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Ich bin der Meinung dass es tausende andere anstrengender Jobs gibt, als Lokführer und daher empfinde ixh es im Vergleich zu anderen Berufen, wo weniger bis gar nicht gestreikt wird, als ziemlich dreist, vier Tage am Stück zu streiken...

  • Zitat von »Berlin&Brandenburg«
    Ich glaube eher, dass hier die Machtposition ausgefahren wird.
    Nichts anderes ist es. Die DB AG hat nach meinen mir zugesteckten Informationen so gut wie allen Forderungen der GDL (mit mehr oder weniger starken Aushandeln) zugestimmt. Es geht vielmehr darum, dass der Herr Weselsky die Kontrolle über alle Angestellten der Bahn haben möchte ... vom Lokführer zum Kontrolleur und Speisewagen-/Service-Mitarbeiter, ... (rund 40.000), die in einer anderen Gewerkschaft sind.


    Es wirkt auf mich auch schon befremdlich, dass am Sonntag ja schon fast ein Kompromiss getroffen war - kurioserweise wurde der aber nicht unterschrieben - warum, weiß ja angeblich niemand. Für mich ist das seit Sonntag alles völlig überflüssig geworden; ich finde es nur schade, dass solche Veto-Funktionen wie das Streikrecht nahezu missbraucht werden, um sich Gehör zu verschaffen. Ich glaube auch, dass die DB nicht taub ist und entsprechend gehandelt hat. Jedoch reicht es der GDL scheinbar immer noch nicht aus, um sich den Rachen endgültig zu stopfen.

    "Kommen heißt Gehen."

  • Guten Abend,


    also ich sehe es mal so... auch wenn ich keine Ahnung habe davon, was dort abgeht, aber ich finde es ein wenig bescheuert, dass es auf kosten der Kunden sein muss. Klar die GDL will der DB-Bahn schwer machen und muss genau ins Schwarz treffen - Geld.
    Viele Menschen sind angewiesen an der Bahn... Es gibt keine Ausrede , - "Ja, die Bahn streikt", man muss sich einen anderen Weg suchen. Aber wie soll man das machen, wenn man zur Ausbilung um 5:45 Uhr sein soll? Ich musste dies mit machen und bin um 2:30 Uhr los gefahren und war dann um 6:00 Uhr da. Das ist verrückt.
    Ich hoffe, dass die Machtgeilerei schnell wieder aufhört, weil das halte ich nicht aus. Aber ich sehe schon etwas grünes, wenn die S-Bahner zum Teil keine Interesse haben zu streiken. Aber genau kann man dazu auch nicht sagen... Aber sowas ist eine Frechheit.... Ich freue mich ja auf den Winterchaos 2014/15 .... Oh wacke, dann noch Preiserhöhung am 1.01.2015, dass ist schon etwas Frech, aber dies hat ja auch was mit VBB und Senat zu tun. Aber naja... ich halte mich da raus, ich bin nur Kunde von der DB. :-)


    Grüße und einen schönen Abend
    1697_Berlin_

  • Ach und von wo hast Du Deine Informationen? Von der Bild? ;)


    Nö, die Bild ist natürlich wie immer gegen die GDL. Die Zahlen sind über Google zu finden. Die DB hat diesen Zahlen auch nicht widersprochen, sie definiert lediglich den Terminus Zugpersonal merkwürdig, denn sie rechnet beispielsweise das Wartungspersonal, das nur an stehenden Zügen in den Werkshallen arbeitet, jedoch nicht in fahrenden Zügen tätig ist, hinzu. An die Story von Hansens Wechsel kann ich mich noch gut selbst erinnern.


    Na die Verbreitung von Weselskys Propaganda ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Nicht umsonst rumort es derzeit heftig innerhalb der GDL. Man kann der Deutschen Bahn dort nur einen langen Atem wünschen.


    Welcher Propaganda von Weselsky? Was genau stimmt denn nicht an den Dingen, die ich geschrieben habe? Wo sind die Beweise für das angebliche heftige Rumoren in der GDL? Warum wünschst du der DB einen langen Atem; was hast du, was haben wir davon, wenn der Arbeitskampf länger dauert und die DB als Siegerin daraus hervorgeht?


    Ich bin der Meinung dass es tausende andere anstrengender Jobs gibt, als Lokführer und daher empfinde ixh es im Vergleich zu anderen Berufen, wo weniger bis gar nicht gestreikt wird, als ziemlich dreist, vier Tage am Stück zu streiken...


    Also weil andere von ihrem Recht keinen Gebrauch machen, dürfen die Lokführer das auch nicht? Die tun nichts illegales, sondern nutzen ihre Rechte, die von der Verfassung garantiert werden. Selbst SPON hat erkannt, dass es in der Vergangenheit deutlich härtere Streiks in diversen anderen Branchen gab. Sind dort nun paradiesische Zustände eingekehrt oder sind die Deutschen nicht doch eher so angepasst, ängstlich und an Nullrunden gewohnt, dass sie Solidarität verlernt haben? Es trägt doch lediglich Früchte, dass uns seit den 90ern immer wieder eingebläut wird, wir müssten den Gürtel enger schnallen, uns mit der Realität abfinden, die Globalisierung erfordere dies eben, etc. pp.


    Es wirkt auf mich auch schon befremdlich, dass am Sonntag ja schon fast ein Kompromiss getroffen war - kurioserweise wurde der aber nicht unterschrieben - warum, weiß ja angeblich niemand.


    Doch, das war doch zu lesen: Weil in diesem Vorschlag der DB der GDL nicht das Recht eingeräumt wurde, ihre Mitglieder in Tarifverhandlungen zu vertreten, sondern nur ein Platz als Zuschauer. Es sollte nur das gelten, was die EVG unterschreibt, wozu diese keine Zustimmung der GDL bräuchte. Also wurde eine Kernforderung der GDL nicht erfüllt.


    Für mich ist das seit Sonntag alles völlig überflüssig geworden; ich finde es nur schade, dass solche Veto-Funktionen wie das Streikrecht nahezu missbraucht werden, um sich Gehör zu verschaffen. Ich glaube auch, dass die DB nicht taub ist und entsprechend gehandelt hat. Jedoch reicht es der GDL scheinbar immer noch nicht aus, um sich den Rachen endgültig zu stopfen.


    Wieso glaubst du einfach, dass die DB auf die Forderungen eingegangen ist und die GDL nun schlicht aus Bosheit weiterstreikt? Das ist doch Unsinn. Das Streikrecht ist auch keine Veto-Funktion, sondern ein Mittel, dass Arbeitnehmer im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen haben und nutzen dürfen. Bis Sonntag gab es eine Pause, weil man verhandelte, aber das Angebot der DB kam den Forderungen der GDL nicht nahe genug, also wird nun wieder gestreikt. Ein völlig natürlicher Vorgang. Durch Reden allein lässt sich kaum eine Forderung durchsetzen, das haben vergangene Arbeitskämpfe doch bewiesen.


    also ich sehe es mal so... auch wenn ich keine Ahnung habe davon, was dort abgeht, aber ich finde es ein wenig bescheuert, dass es auf kosten der Kunden sein muss. Klar die GDL will der DB-Bahn schwer machen und muss genau ins Schwarz treffen - Geld.
    Viele Menschen sind angewiesen an der Bahn... Es gibt keine Ausrede , - "Ja, die Bahn streikt", man muss sich einen anderen Weg suchen. Aber wie soll man das machen, wenn man zur Ausbilung um 5:45 Uhr sein soll? Ich musste dies mit machen und bin um 2:30 Uhr los gefahren und war dann um 6:00 Uhr da. Das ist verrückt.


    Welche Alternativen haben die GDL-Mitglieder? Darauf hoffen, dass die DB aus purer Menschenfreundlichkeit nachgibt? Bei einem EVU ist es unausweichlich, dass Fahrgäste betroffen sind. Diese müssen sich eben anders organisieren (MFG, Bus, Taxi, eigenes Auto, von Freunden/Eltern fahren lassen) oder Urlaub nehmen, leider. Jeder kann sich auch politisch für eine Wiederverstaatlichung der DB AG einsetzen, mit Verbeamtung aller Lokführer. Dann gibt es keine Streiks mehr. Angesichts der Wichtigkeit von Mobilität in unserer Gesellschaft, des ohnehin weitgehend ausbleibenden Wettbewerbs auf der Schiene und der hohen Preise für Bahntickets bei schlechter Leistung (hatte dieses Jahr noch keinen Fernzug mit weniger als 10 Min. Verspätung in der Ankunft) entgegen aller Versprechungen von 1994, halte ich das für die beste Lösung.

  • Es wirkt auf mich auch schon befremdlich, dass am Sonntag ja schon fast ein Kompromiss getroffen war - kurioserweise wurde der aber nicht unterschrieben - warum, weiß ja angeblich niemand. Für mich ist das seit Sonntag alles völlig überflüssig geworden; ich finde es nur schade, dass solche Veto-Funktionen wie das Streikrecht nahezu missbraucht werden, um sich Gehör zu verschaffen. Ich glaube auch, dass die DB nicht taub ist und entsprechend gehandelt hat. Jedoch reicht es der GDL scheinbar immer noch nicht aus, um sich den Rachen endgültig zu stopfen.


    Bis Sonntag soll Weselsky ja im Urlaub gewesen sein.Vielleicht ist das ja eine Erklärung

    Wenn´s überall heißt Gute Nacht,
    wird an der Spree das Licht erst angemacht