Busfahrer werden mit Behinderung?

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  • Moin,


    mich interessiert schon seit Jahren der Job als Busfahrer. Ich selber möchte auch einer werden. Meine Eltern wollen mich aber immer abhalten davon, wegen dem Schichtdienst und das ich auch mal an Heiligabend / Silvester fahren muss. Das stört mich aber nicht. Allerdings habe ich eine Behinderung, ich bin hörgeschädigt, kann allerdings durch Hörgeräte sehr gut hören. Zwar nicht so gut wie ein normal Hörender aber ich kann durch die Hörgeräte sprechen und hören, sozusagen frei Kommunizieren. Auch ohne Hörgeräte kann ich noch gut hören, solange man auch etwas Lauter redet.


    Nun zum eigentlich Grund dieses Themas: Ist es möglich für Leute mit einer Hörschädigung Busfahrer zuwerden? Oder würde man mir die Personenbeförderung im Führerschein nicht vergeben?

    Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.
    - Johann Wolfgang von Goethe

  • Solange du auf einem Ohr mindestens 30-50% Hörstärke hast, reicht das vollkommen aus. Es gibt auch Busfahrer die Hörgeräte haben. Die Frage kann dir auch gern dein HNO-Arzt beantworten. Der weiß genau ob sich dein Gehör für diesen Beruf eignet und welche Werte du hast.
    Seit Jahren dürfen Hörgeschädigte Menschen Auto fahren, Bei taubheit allerdings nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ohne Personenbeförderung. Mit einem eingeschränkten Hörvermögengeht aber auch LKW-Fahrer, Busfahrer oder Taxifahrer. Das hat nix mit dem PBO-Schein zu tun, sondern mit der Regleungen über die Gesundheit beim Führen eines Kraftfahrzeuges. Es kommt aber immer auf die jeweilige Situation an. Dein HNO-Arzt sagte dir ja schon (oder Deinen Eltern) ob dein Gehör vorraussichtlich schlechter wird, oder ob es bei dieser Beeinträchtigung bleibt, ohne das es zur Behinderung wird. Wenn du deswegen nicht unbedingt Medikamente nehmen mußt (was extrem selten der Fall ist) steht deinem Berufswunsch nix im Wege.

  • Du solltest da mal einen Verkehrsmediziner aufsuchen und dich untersuchen lassen. Ferndiagnosen können wir dir leider nicht bieten.


    Ab 2018 gelten aber schärfere Richtlinien für den EU-Führerschein. Da kann sich die Sache noch einmal zu deinen Ungunsten ändern.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Danke, hab noch ein frage: Müsste ich diesen Test den der HNO Arzt macht, aus eigener Kasse zahlen oder macht das die Krankenkasse bzw. der Betrieb??

    Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.
    - Johann Wolfgang von Goethe

  • In der Regel musste die arbeitsmedizinische Untersuchung G25 "überleben".
    Bestehend aus:
    - Hörttest
    - Sehtest
    - Alg. Untersuchung
    - Gesichtsfeld-Test


    In der Regel kannst du diese mit einer Behinderung bestehen sofern deine Hilfsmittel (Brille oder wie bei dir das Hörgerät) nicht anderweitige Nachteile oder negative Beeinflussungen mit sich bringt.
    Dann kommt es natürlich auch darauf an was das Unternehmen sagt daher: Einfach mal bei einigen Betrieben fragen.


    *Die G25 ist zwar nicht für den Führerschein notwendig wird aber eigentlich von jedem guten Betrieb vorausgesetzt.

    Mein Zug streikt NIE! - Eure Feuerwehr!

  • Andere Frage: Was ist mit Gesichtsfeld-Test gemeint?

    ehemals 0000Bus


    "Minicar nix dürfen rumlungern
    Minicar machen aber rumlungern überall" Zitat maxo3 2k16

  • Hallo Do Dominik,


    Ich kann Dich wirklich beruhigen. Mehrere unserer (Reise-)Busfahrer tragen Hörgeräte. Einige davon sind ohne dieses Geräte sogar fast ganz Gehörlos. Wie schon mehrere Vorredner gesagt haben, musst Du ja die G25 ja machen und auch alle 5 Jahre wiederholen. Da solltest Du bei Deinen gemachten Angaben zu Deiner Hörschädigung keine Probleme haben.
    Aber informiere Dih gut über die Dienstzeiten, sowie sie Dir Deine Eltern schon gesagt haben. du wirst eher zu den genannten Terminen fahren als Frei haben. Das ist das Los eines Busfahrers. Ganz egal ob Linie oder Reise....


    Gruß, Zehlendorfer35465

  • Die Dienstzeiten sind eventuell schon zu bedenken; jedoch kenne ich viele Betriebe, in denen sich genug Fahrer um Wochenend-, Feiertags- und Spätdienste förmlich schlagen. Einerseits freut das die Fahrer, die zu o. g. Zeiten nicht zwangsläufig arbeiten möchten und andererseits bringt das natürlich finanzielle Vorteile mit sich.


    Ich würde in Fragen der Berufswahl nicht primär auf meine Eltern hören - vermeintlich gut für dich ist nicht das, was deine Eltern wollen, sondern das, was du dir selbst vorstellst. Sowohl für mich als auch für dich ist die Rente gewissermaßen abgeschafft, weshalb wir auf viele Jahrzehnte Beschäftigung blicken dürfen. Besonders deshalb ist es wichtig, dass du einen Beruf ergreifst, der dir Spaß bereitet und mit dem du dich identifizieren kannst. Immer nur Kaufleute, Industriemechaniker und KFZ-Mechatroniker sind ja auch langweilig - mach' dich unabhängig von solchen überlaufenen Branchen und mach' das, was dir gefällt. Nur in die Ecke drängen und von anderen bevormunden lassen, bringt nicht das Seelenheil für dich.

  • Morgen.


    es gibt auch Betriebe die Arbeiten Sonntags im Linienverkehr gar nicht (bsp. meiner). An Silvester und am Heiligabend werden in vielen Teilen Deutschlands, bereits zwischen 16 und 18 Uhr der Verkehre eingestellt - dies ist in einer Großstadt bestimmt anders.


    Insgesamt muss ich aber Sagen ich würde auch am Wochenende Arbeiten - denn es macht mir Spaß! Meine Kinder haben auch noch genug Zeit mit mir, solange ich diese Zeit habe - ist der Beruf auch gut

    ;-)

  • ... bevor hier wieder hundert Pro und Contras kommen: Mach Deine Schule erstmal fertig. Bis dahin haben sich Deine Interessen durchaus geändert. U.u. ist Dein Zeugnis dementsprechend gut, dass Du weitaus bessere Jobs machen kannst als Busfahrer.

  • Und wenn es sein Traumberuf ist? Ich würde meine Berufswahl nicht alleine von nem Zeugnis abhängig machen. Und ich kann für mich sagen, dass ich es heute bereue, nicht einen Beruf erlernt zu haben, der mit mehr Unannehmlichkeiten verbunden ist als mein aktuell ausgeübter. Ich wäre um einiges glücklicher. Gepfiffen auf Renomeé und Ansehen.


    Die G25 habe ich auch zu spüren bekommen. Räumliches Sehen nicht vorhanden, bzw. nicht stark genug, daher sind mir Teile meines erlenten Berufes nicht mehr möglich. Ist halt leider erst nach über 10 Jahren aufgefallen, da es vorherige AG´s nie wirklich interessierte.

  • Träumen kann er soviel er will. Ich habe ihn lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass er einfach warten soll.


    Und in unserer Gesellschaft soll jetzt schon das Träumen und Streben nach einem angeblich unterklassifizierten Beruf unterbunden werden? Interessanter Ansatz.


    Aber um auch mal was zum Thema zu sagen: Sowohl Hör- als auch Sehschwächen können im Beruf des Bus- oder (Straßen-)bahnfahrers durch entsprechende Hilfen kompensiert werden. Sieht man auch im Alltag oft. Die Brillengläser einiger Busfahrer sind teilweise zentimeterdick und auch Hörgeräte sieht man oft vor. Beim Piloten sieht das natürlich wieder ganz anders aus, aber das ist ja eine andere Geschichte.


  • Und in unserer Gesellschaft soll jetzt schon das Träumen und Streben nach einem angeblich unterklassifizierten Beruf unterbunden werden? Interessanter Ansatz.


    Leider findet das Leben nicht im Traum, sondern in der Realität statt. Ist auch besser so, denn sonst würden alle Jungs Feuerwehrmann, Polizist oder Lokführer werden und die Mädels wären alle Prinzessin oder Tierärztin. AOK-Sachbearbeiter und Finanzbeamte gäbe es dann wohl nicht mehr.

    ;)



    Aber um auch mal was zum Thema zu sagen: Sowohl Hör- als auch Sehschwächen können im Beruf des Bus- oder (Straßen-)bahnfahrers durch entsprechende Hilfen kompensiert werden. Sieht man auch im Alltag oft. Die Brillengläser einiger Busfahrer sind teilweise zentimeterdick und auch Hörgeräte sieht man oft vor.


    Bitte nicht übertreiben. Ab einer bestimmten Sehschwäche ist Sense mit dem Fahrdienst und Kollegen mit Hörgerät(en) sind zumindest in Berlin eine absolute Ausnahme und keinesfalls alltäglich.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

    Einmal editiert, zuletzt von Bern(ar)d ()

  • //Ich bin so unanständig und ersticke den Keim sofort, bevor er sich ausbreiten kann: Wir entfernen uns vom eigentlichen Thema, indem wir über das Sozialprestige des Berufs des Busfahrers sprechen - die Vor- und Nachteile jenes sind eher Spekulationen - der Verdienst allein zeugt nicht von Intelligenz und kulturellem Kapital - das seh' ich allein schon, wenn ich mir meine Nachbarin ansehe (Finanzbeamtin) - dahingehend stimmt weder das eine noch das andere.

    :)

    In diesem Sinne: Zurück zum Thema!