Busfahren im realen Leben

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  • Hallo


    Gibt's hier im Forum auch reale Busfahrer, die so "verrückt" sind und so mit ihrem Beruf verschmolzen sind daß sie nach Feierabend auch ihre Runden in Omsi drehen?


    Und andere Frage damit verbunden


    Wie läuft so ein normaler Arbeitstag als Busfahrer?


    In Omsi können wir Linien und Umläufe frei wählen..In Realität arbeitet man wohl nach vorgegebenen Schichtplan. Hat man da ständig die gleiche Linie, oder wechselt ein Busfahrer auch man einmal oder mehrmals am Tag eine Linie oder gar den kompletten Bus ?


    Ich denk mal als Busfahrer muss man wie ein LKW Fahrer Lenkzeiten einhalten und nach so und so viel Stunden Pause machen.

  • Ich bon zwar kein realer Busfahrer, aber mit den umläufen kann ich sagen, es kommt auf dem Betrieb an.


    Bei uns bei der Niag fahren die mit Linienwechsler, bei der Dvg wiederum bleiben die meistens auf einer Linie.

    OMNI - Der Omsibussimulator
    3 generationen :D

  • Gibt hier einige, die auch noch Busfahrer sind!


    Ich jetzt nicht, aber bei uns ist es so, dass der Bus den ganzen Tag seinen Umlauf fährt und ständig der Fahrer nur wechselt, dh ja er wechselt die Linie am Tag und auch den Bus, aber ist halt auch normaler Stadtverkehr.
    Aber es gab bei uns auch mal ne Linie, die hatte standardmäßig 40 min Pause im Fahrplan, auf der Linie gab es dann 8h lang keinen Fahrerwechsel.


    4 Stunden fahren, 30 min Pause, und dann wieder 4 Stunden fahren, meine ich sind die Arbeitszeiten (die 4h müssen natürlich auch mit den Wechselpunkten übereinstimmen).
    Hoffe die Zahlen stimmen...

    ;)
  • Das kommt ganz darauf an. Zur ersten Frage: es gibt sicherlich einige "positiv Wahnsinnige" die nach Feierabend die Kiste anschmeißen und noch ne Runde drehen

    :D


    zur zweiten Frage: Das kommt ganz auf den Betrieb drauf an. Beispiel München: bei der MVG wechseln die Fahrer täglich ihr Fahrzeug und die Dienste, mag zwar sein dass einer am darauffolgenden Tag wieder die gleiche Linie hat, dann aber auf einem anderen Kurs. Nach ~4 Stunden wird das Fahrzeug an einen Kollegen abgegeben (oder man rückt damit ein), hat erstmal etwas Pause um dann auf einer anderen Linie (oder derselben, kommt oft auf langen Linien vor, wie dem 54er), einen anderen Kollegen abzulösen. Da kommt esa uch schonmal vor, nach einem Gelenkzugdienst auf einen Solo zu wechseln, oder andersrum. Oft sind die Fahrer im Turnus mit einem 4-2-4-2-5-3 Rhythmus im Einsatz (4 Tage fahren, 2 Tage frei, 4 Tage fahren, 2 Tage frei, 5 Tage fahren und dann 3 Tage frei).
    Einer der Subunternehmer behandelt das anders. Da fährst du von Montag bis Freitag den gleichen Dienst, mal gesplittet auf zwei Abschnitte, oder wenn es die Lenk- und Ruhezeiten erlauben, auch mal 9 Stunden auf dem gleichen Bock. Samstag und Sonntag dementsprechend einen anderen. Wie da der Turnus aussieht kann ich mich ja mal informieren und nachtragen.
    Subunternehmer B behandelt das fast wie die MVG, allerdings haben die Fahrer dort einen Turnus von 7-2-7-2-6-3, dafür mal zwei Tage hintereinander den gleichen Mist, Tags drauf einen anderen. Auch hier mischen sich Gelenkzug- und Solodienste, wobei es Reine Solo- oder Gelenkzugdienste gibt fast nicht gibt.
    Subunternehmer C macht das ganz anders, da teilen sich vier Mann ein Fahrzeug, sprich die sind da Fest drauf. Dafür fahren die meißt nur ein oder zwei Linien (da die Firma keine anderen Linien hat).


    Was hier sehr verbreitet ist sind die Linienwechsler, man fährt von A nach B als Linie aaa und fährt dann als Linie bbb weiter zu Punkt C. Dabei kommen dann auch mal Umlaufzeiten von 4h zustande... Die in Neuperlach endenden Linien (also Neuperlach Zentrum und Neuperlach Süd) hängen irgendwie alle zusammen, es kommt da aber auf die Tageszeit und den Wochentag an mit was du weiter musst. Sehr verwirrend...

  • Gibt hier einige, die auch noch Busfahrer sind!


    Ich jetzt nicht, aber bei uns ist es so, dass der Bus den ganzen Tag seinen Umlauf fährt und ständig der Fahrer nur wechselt, dh ja er wechselt die Linie am Tag und auch den Bus, aber ist halt auch normaler Stadtverkehr.
    Aber es gab bei uns auch mal ne Linie, die hatte standardmäßig 40 min Pause im Fahrplan, auf der Linie gab es dann 8h lang keinen Fahrerwechsel.


    4 Stunden fahren, 30 min Pause, und dann wieder 4 Stunden fahren, meine ich sind die Arbeitszeiten (die 4h müssen natürlich auch mit den Wechselpunkten übereinstimmen).
    Hoffe die Zahlen stimmen...

    ;)


    Auf 8 Std sind 40 Minuten definitiv zu wenig Pause. 1/6 der Zeit muss Pause srin, falls es eine Linie am Stück ist.

  • Nein Foob, das hat Schleswig-Holstein richtig gesagt. Man darf sogar 4,5h fahren + 30min unbezahlte Pause + 4,5h fahren. Solche Gesetze und Verordnung kann man heutzutage sogar im Internet nachlesen. Die sogenannte Sechstelregelung ist eine Alternative zu diesem klassischen Modell, kein Muss!


    MG Mike: Ob ein Fahrer am Tag oft die Linie wechselt, hängt vom Liniennetz und dem Verkehrsbetrieb ab.

    Payware-Addon "Berlin X10" ist fertig.


    Als Download-Version, Box-Version, Special-Edition und bei Steam erhältlich.

  • Meines Wissens sind es aber 45 und nicht 30 Min Pause.

    Bei Fernbus und LKW. 30min bei Linien <50km Länge und <3km mittlerem Haltestellenabstand, also bei normalen Linienbussen.

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  • Und es gilt dort die 1/6 Regelung

    ;)


    Bei mir im Betrieb ist es jedenfalls auch so, dass niemand den ganzen Tag die selbe Linie fährt. Das wird aber wie bereits erwähnt von Betrieb zu Betrieb anders geregelt.

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    Aktuelles Projekt/Current Project: Region Hannover - Linie 500 [real]


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  • In Omsi können wir Linien und Umläufe frei wählen..In Realität arbeitet man wohl nach vorgegebenen Schichtplan. Hat man da ständig die gleiche Linie, oder wechselt ein Busfahrer auch man einmal oder mehrmals am Tag eine Linie oder gar den kompletten Bus ?

    Das ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. In Hameln ist es so, dass die Fahrer in den Subunternehmern meist jeden Tag im gleichen Bus den gleichen Umlaufplan fahren. Ich meine, dass nur bei 2 unserer Subunternehmern die Fahrer im Wochen-Takt tauschen. Die Umlaufpläne sind unterschiedlich gestaltet, auf den meisten gibt es Linienwechsel, es gibt aber auch welche die nur eine einzige Linie (mit 1-2 Ausnahmen, z.B. den ganzen Tag Linie 20, nur morgens einmal ne E und 22) beinhalten.


    Beim Hauptunternehmen KVG / RHH / RHP wechseln die Fahrer hingegen täglich Bus und Umlaufplan. Hier haben eigentlich alle Umlaufpläne mindestens 2-3 verschiedene Linien (ein mir bekannter Plan fährt auch 6 Linien in etwa 8 Stunden). Würde sonst auch zu langweilig und eintönig werden, sagen die Fahrer. Es gibt auch Umlaufpläne wo man z.B. morgens mit nem Überlandbus auf einem Überlandabschnitt anfängt, dann 1-4 Stunden Pause hat, und danach mit einem anderen Wagen z.B. im Stadtbereich weiter fährt.
    Die Fahrer kommen dann zum Schichtbeginn auf den Betriebshof, hohlen sich Umlaufplan und Schlüssel aus ihrem Fach, und fahren dann los / oder nehmen sich den Umlaufplan, gehen zur Ablöse-Stelle vor dem Hof und übernehmen unterwegs den Bus. (Was leider oft zu Verspätungen führt)


    Pausenzeiten sind unterschiedlich bei uns. Auf manchen Umlaufplänen hat man nach jeder Runde (z.B. knapp 2 Stunden bei der ganzen Linie 20) etwa 35 Minuten Pause, auf anderen fährt man 4,5 Stunden (maximale Fahrzeit) und hat dann eine Stunde, wenn nicht sogar länger, Pause. Die maximale Arbeitszeit darf 12 Stunden betragen. (4 Stunden fahren, 4 Stunden Pause, 4 Stunden fahren)

  • Die 12 Stunden aber auch nur. wenn sie wieder ausgeglichen werden

    ;)

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  • Pause ist aber keine Arbeitszeit. Der 12-Stunden-Dienst hat 8 Stunden Arbeitszeit und muss somit (bei einer 40h-Woche) nicht ausgeglichen werden.

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  • Maximale Arbeitszeit beträgt nach Arbeitszeitgesetz 8 Stunden.
    Sie kann auf 10 Stunden erhöht werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.


    12 Stunden Arbeitszeit sind nicht zulässig - nungut, die 4 Stunden Pause zählen eh nicht dazu, wie Maerkertram schon richtig sagt.

    ;)
  • Nun gut, da hab ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Die 4 Stunden sind bei uns dann tatsächlich unbezahlte Pause, in der einige Fahrer wahrscheinlich auch wieder nach Hause fahren. So arbeitet man am Ende dann wirklich nur 8 Stunden.


    Wie das ausgeglichen wird, wurde mir nicht gesagt. Ich weis nur, dass die Fahrten am Samstag mit einem freien Tag in der gleichen oder der folgenden Woche ausgeglichen werden (zumindest bei KVG/RHH/RHP). Gleiches gilt für die Fahrten am Sonntag, für welche sich die Fahrer bei KVG/RHHR/RHP freiwillig melden können, da es nur 6 Dienste sind. Wie das bei den Subunternehmern geregelt ist, weis ich nicht. Und "richtige" Nachtdienste gibt es bei zum Glück nicht.

    :D
  • Ich bin Busfahrer und das schon seit etlichen Jahren (25 Jahren).


    Und ich bin so "verrückt" und fahre nach dem feierabend noch ne Runde in Omsi - aber aus rein nostalgischen Gründen. Bei uns in der VGG haben wir keine MAN SD's, Ikarus-Busse, MB O 305, MB O 307 oder MAN ÜL. Und ich fahre auch nichtmehr in Berlin bei der BVG. Das ist schon lange her. Aber es ist immerwieder schön Omsi zu fahren, wenn man so wie ich die in Omsi bestehenden Busse fahren kann so wie früher. Das letztemal mit einem SD 202 bin ich 1995 gefahren. Den letzten Ikarus 280 fuhr ich 1996, auch wenn ich diese Busse nicht in Spandau gefahren bin. Wir haben nur den MAN NL und NG bei uns, den Setra 215 UL, sowie die alten Citaro's und MB O 405. Daher fahre ich diese Busse recht selten in Omsi.


    Zum Schichtsystem:
    Bei der BVG dauert ein Dienst maximal 9 Stunden und 59 minuten. Aber es gibt natürlich auch kürzere Dienste, geteilte Dienste und Reserve-Dienste. Bei der BVG fährt man nicht alle Dienste, aber auch sehr selten die selbe Linie jeden tag. Dort hat jeder Hof Ortsnahe Linie, die der Hof bedient. Ein Busfahrer der auf dem Betriebshof arbeitet, fährt also nur die zum Betriebshof angehörigen Linien.
    Das Schichtsystem nennt sich Turnus und bedeutet 6 Tage Arbeit, dann 2 Tage frei und das ganze 3 Wochen lang. In der 4. Woche sind es dann 5 Tage Arbeit und 3 tage frei. Dann beginnt wieder alles von vorn.
    Jeder Fahrer muß einmal täglich zum Betriebshof um sich seinen Dienst für den nächsten Tag abzuholen. In einem gesonderten Raum stand bis ende der 90-er mittig die Namentafeln, wo die Fahrer namentlich in Dienstgruppen aufgelistet sind. Jede Dienstgruppe arbeitet an den selben Tagen und werden von einem Fahrmeister betreut. Hinter den Namen stehen dann die zugeteielten Dienstnummern (nicht zu verwechseln mit den Personalnummern). Damit geht der Fahrer zur Wand, wo in einem Plan alle Hofeigenen Dienstnummern aufgelistet sind. Dort erfährt der fahrer den Beginn der Dienstzeit, das Ende der Dienstzeit, Linie und Umlaufnummer. zuletzt geht er an eine weitere Wand wo die Umlaufpläne sind und dort schreibt er sich dann die Uhrzeiten (Abfahrtszeiten) von den jeweiligen Endstellen ab. Heute Geht der Fahrer an einen Computer-Terminal, gibt seine Dienstnummer (Personalnummer [5-stellig]) ein und erhält einen Ausdruck mit allen relevanten Daten, oder schreibt diese vom Monitor ab. Es gibt bei der BVG keine offiziell einzuhaltenen Pausenzeiten. Er fährt maximal 9:59 Stunden und er nutzt, die an den Endstellen vorgesehen Ausgleichzeiten als Lenkpause. Aber die Zeiten an den Endstellen sind nicht als Pausenzeiten zu verstehen, es sind und bleiben nur Ausgleichzeiten - der Ausgleich für Verspätungen. Diese Ausgleichzeiten werden bei der berechnung der Umlaufpläne (Fahrpläne) ermittelt.


    Hier bei der VGG (Überlandverkehr südlich von Darmstadt - nördlicher Odenwald - Reinheim, Heppenheim (Vettelsheim) Brensbach, Gesprenztal, Erbach usw) läuft es alles anders ab. Wir sind auch keine zehntausende Mitarbeiter, sondern knapp Hundert (zusammengefasst in allen Einzelbetrieben). Dort erfahre ich Wochenweise meine Dienste. Bei uns fahren die Fahrer immer eine Woche Spätdienst und die nächste Woche Frühdienst. Das ganze eine Woche lang. Es gilt 6 Tage Arbeit und 2 Tage frei. fällt der 6. Arbeitstag auf einem Sonnabend, Sonn- oder Feiertag, ist dieser ebendfalls frei.
    Und jeder Fahrer fährt eine Woche lang den selben Bus zur selben Zeit (wenn der Bus nicht kaputt geht).
    Ich fahre nicht täglich Liniendienst (Reservedienst), sondern verschiebe meist die Busse von einem Betrieb zum anderen, tausche Busse aus oder bringe diese zur Werkstatt /hole diese aus der Werkstatt. Ich habe auch keinen festen Dienstplan, sondern bin meist vom Montag bis Freitag unterwegs und am Wochenende habe ich Rufbereitschaft. Dafür bekomme ich auch mal eine ganze Woche lang frei oder wenn nicht so viel zu tun ist, darf ich zu Hause bleiben. Mal arbeite ich nur eine Stunde, dann mal 14 Stunden, dann wieder nur 3 usw. Das erfahre ich alles telefonisch /per Mail von meinem Chef oder den anderen Betriebsinhabern. Und ich bin der einzigste Fahrer hier, ohne festen Dienstplan.

  • Naja, ob man bei Spandauer Wagen in Wannsee noch von ortsnahen Linien sprechen kann, ist fragwürdig. Natürlich muss sich auch die BVG an die gesetzlichen Vorgaben für Lenl- und Ruhezeiten richten. Die "Fahrmeister" bei der BVG sitzen in der Müllerstraße und sind die Ausbilder ("Fahrlehrer). Die haben mit den Dienstzeiten soviel zu tun wie Borussia Dortmund mit der Meisterschaft...
    Ausgleichszeiten sind übrigens etwas anderes als Wendezeiten.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Also in Hannover gibt es da unterschiedliche Systeme. Ich rede jetzt explizit von der Üstra und nicht von RegioBus oder den Subunternehmern.


    Dazu gibt es noch zwei Dienst Arten, einmal im großen Plan oder im kleinen Plan mit Reserve usw wo dann auch die Menschen sind die Fahrscheinprüfen und fahren machen.
    Wenn man fest fährt kann man sich seine Dienste für die nächste Zeit ausdrucken, ist man allerdings im kleinen Plan erfährt man erst kurzfristig was man fährt da man ja Reserve für kranke Mitarbeiter ist.


    Zum ersten gibt es Dienste, die verbringt man auf ein und der selben Linie. Da gibt es dann einmal die Variante: Man löst ab - fährt seine durchschnittlich 8 Stunden auf dem Dienst mit nach ca 4.5 Stunden 30 Minuten Wendezeit wegen der Lenk und Ruhezeiten. Da sind die Kurse dann aber auch dementsprechend geplant. Zum Beispiel auf 581 mit 2 mal 40 Minuten Wendezeit in Stöcken, oder ein anderer Dienst mit zwei mal 33 Minuten Wendezeit am Mühlenberger Markt. Dieser Dienst beinhaltet dazu noch Kurzfahrten bis Ahlem ohne über Velber zu fahren. Da geht es dann meist im Wechsel : Ablösen - Wendezeit - lange Fahrt - Wendezeit - lange Fahrt - Wendezeit - Kurzfahrt - Wendezeit - Kurzfahrt - lange Wendezeit - lange Fahrt - Wendezeit - lange Fahrt - lange Wendezeit - Kurze fahrt - Wendezeit - Kurzfahrt - kurze Wendezeit - kurze Fahrt nach Ahlem - Einlaufen. Der beschriebene Dienst ging von 11:30 bis 18:35

    (:


    Dann gibt es Dienste auf 581 bei denen man vom Betriebshof ausläuft - hier kurz BMI ( Mittelfeld für die Hannoveraner ) auf Linie geht, dann ein ähnliches Prozedere hat wie eben beschrieben, außer das die Kurzfahrten wegfallen und läuft dann wieder ein. Dienstbeginn 17:44 BMI auslaufen bis 1:25 Uhr BMI einlaufen mit 2 mal 40 Minuten Wendezeit in Stöcken.


    Zum zweiten gibt es die geteilten Dienste. Man fängt zum Beispiel um 14 Uhr an am Altenbekener Damm auf 121 bis 17:01. Dann wird man abgelöst hat hat zwischen 45 Minuten und einer Stunde die sogenannte "Blockpause", die man meist unten im Kröpcke verbringt und löst dann um 17:59 am Kröpcke auf 100 oder 200 ab. Dies ist die sogenannte Ringlinie mit über 50 Minuten Fahrzeit und recht kurzen Wendezeiten. Deswegen fahren dort soweit ich weiß nur geteilte Dienste. Das ganze geht natürlich auch andersrum, man kann auch auf dem Ring anfangen, dann Blockpause haben und Abends auf 121 gehen. Bei geteilten Diensten kann es allerdings zu Problemen führen wenn man durch das zur Zeit durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Chaos in der Innenstadt viel Verspätung hat. Gestern waren es auf 121 sage und schreibe 82 Minuten weil man dann der Bock ist der vorweg fährt und hinter einem fahren 2-3 Kurse leer die einen bei Gelegenheit überholen oder ganze Fahrten auslassen dürfen. Grund für die Verspätung war ein Unfall im Bereich Raschplatz Hochstraße und das normale Chaos in der Stadt wodurch man vom HBF zum ZOB mal gut 30 Minuten gebraucht hat. Der Kurs wurde übrigens schon mit 29 Minuten Verspätung übernommen. Somit konnte man dann allerdings nicht um 17:01 abgelöst werden sondern erst um 18:20 und konnte somit um 17:59 nicht ablösen. Dadurch musste der abzulösende Kollege solang es geht weiter fahren und dann durch einen Reservisten von Vahrenwald abgelöst werden bis der Kollege selbst um 20:03 ablösen konnte nach dem er seine Blockpause hatte da durch die Fahrzeit seine kompletten 4,5 Stunden Lenkzeit aufgebraucht waren.


    Zum dritten gibt es Dienste wo man mit dem Fahrzeug die Linie wechselt - dies kommt oft auf einem Samstag durch den geänderten Fahrplan vor, ist aber auch an einem Sonntag möglich. Zum Beispiel gibt es einen Dienst mit 123 bis Misburger Str und dann von dort als 124 zum Stadtfriedhof Misburg. Oder einen Dienst mit 123 zwischen Noltemeyer und Misburger der dann auf 137 wechselt und noch viele mehr.
    Zum vierten gibt es dann die Reserve Dienste , bei denen man im oben genannten Vorfall einspringt, oder einen Schienenersatzverkehr fährt oder defekte Busse austauscht.

    Meine Projekte:
    W.I.P. Hannover Linie 363 ( 2018 )

  • Naja, ob man bei Spandauer Wagen in Wannsee noch von ortsnahen Linien sprechen kann, ist fragwürdig. Natürlich muss sich auch die BVG an die gesetzlichen Vorgaben für Lenl- und Ruhezeiten richten. Die "Fahrmeister" bei der BVG sitzen in der Müllerstraße und sind die Ausbilder ("Fahrlehrer). Die haben mit den Dienstzeiten soviel zu tun wie Borussia Dortmund mit der Meisterschaft...
    Ausgleichszeiten sind übrigens etwas anderes als Wendezeiten.


    In Lichtenberg und Weißensee gibt es auch Linien die in Köpenick sind, oder Buch ... ist auch nicht ortsnah. Mit ortsnah ist hier eigentlich zu verstehen, daß die Anfahrtszeiten zu einer Linie eine bestimmte Zeit nicht überschreiten sollen. Es gibt aber auch die berühmten Ausnahmen, die die Regel bestätigen.


    Was die BVG muß, ist graue Theorie und hat nichts mit der Praxis zu tun. Ich habe oft genug Tage gehabt, wo ich kaum Pausen hatte. Oder nur sehr wenig und du kannst mir gern glauben, daß ich weder der einzigste war, noch das es heute wirklich anders ist. Ich telefoniere regelmäßig mit Kollegen die heute noch in Berlin fahren, bei der BVG arbeiten und die erzählen auch was sie erlebt haben. Wichtig sind nur zwei Dinge:
    - Eine planmäßige Dienstzeit sollte 9 Stunden und 59 Minuten nicht überschreiten (Es kommt vor [nicht täglich] das man 10-12 Stunden auf dem Wagen ist, wenn zum Beispiel keine Ablösung erscheint)
    - Zwischen zwei Diensten, sollten mindestens 10 Stunden Dienstfrei liegen-


    Die Fahrmeister sitzen nicht nur in der Müllerstraße, sondern auf jeden Betriebshof. Ein Fahrmeister ist kein Fahrlehrer, daß ist absoluter Quatsch. Das sind zwei paar vollkommen unterschiedliche Schuhe. Zu den Aufgaben des Fahrmeisters gehören unter anderem sich um wichtige Belange der Fahrer zu kümmern (z.B. Beschwerden über Verkehrsmeister), Beschwerden über einen Fahrer zu bearbeiten (ob es später geklärt werden muß oder nicht [geklärt wird es beim BTM - Betriebsteilleiter]), abhalten von U-Stunden, Fahrerkontrollen und viele andere kleinen Sachen. Mit den Dienstzeiten haben die Fahrmeister nur soviel zu tun, daß sie ihre Dienstzeiten in den Zeitrahmen haben, wie die Fahrergruppe die sie leiten. Die zuteilung der Dienste für die Fahrer übernimmt die Dienstzuteilung. Hat ein Fahrer ein Problem mit einem Dienst, so kann er zur Dienstzuteilung gehen. Ist (beispielsweise am Wochenende) keiner in der Dienstzuteilung, hat er sich an seinen Fahrmeister zu richten. Ist der noch nicht oder nicht mehr im Dienst, geht's an einen anderen Fahrmeister oder an den Rangierleiter. (Zum Beispiel bei kurzfristigen Ausfällen [Krankheit, Problemen usw).
    Weitere Aufgaben des Fahrmeisters sind u.a. Fahrerkontrollen, Durchlauffahrten zur Zeitüberprüfung, Bearbeitungen von Unfallmeldungen, Abschlußprüfung nach der Lehrfahrerzeit usw,
    Die Fahrlehrer sitzen meist in der Müllerstraße oder in der Landsberger Allee.Sind aber auch auf anderen Betriebsteilen stationiert. In der Müllerstraße und in der Landsberger Allee sitzen die Leiter der Fahrschulen, ebenfalls Fahrlehrer (früher Oberfahrlehrer) genannt.
    Mein Fahrlehrer Bus sitzt immernoch in der Indira-Gandi-Straße und einer meiner Fahrlehrer Straßenbahn sitzt in der Siegfriedstraße. Da haben sie nur ihr Büro. Fahrschulunterricht (Theorie) finden dort nicht (oder nichtmehr) statt.


    Bern(ar)d, ich weiß zwar nicht wieviel Ahnung du vom Fußball hast, aber Ahnung von der BVG haste sehr wenig. Ich bin kein Fan der BVG, ich habe dort lange gearbeitet - ich weiß was ich schreibe. Es sind Erfahrungen, keine "ich habe da mal was gehört oder gelesen".
    Der Werdegang (die Ausbildung) eines künftigen Busfahrers läuft (bei der BVG) in etwa wie folgt ab;
    - Fahrschule Theorie in Weißensee oder Müllerstraße von einem Fahrlehrer.
    - Prüfung in der Müllerstraße, Es prüfen ein Fahrlehrer, der Leiter der Fahrschule und ein Dekra- oder TÜV-Prüfer die Ergebnisse, Die ergebnisse erfährt die Prüfling vom Fahrlehrer oder Leiter der Fahrschule.
    - Ausbildung Fahrzeugkunde (Theorie Aufbau eines Fahrzeuges, Grundlagen der Technik, Fehleranalyse und -behebung, Verhalten bei Fahrzeugschäden) durch einen Fahrlehrer und Prüfung in Fahrzeugkunde durch einen Fahrlehrer.
    - praktische Fahrausbildung am Simulator oder in realen Fahrzeugen mit einem Fahrlehrer.
    - praktische Fahrprüfung durch Fahrlehrer, Leiter der Fahrschule und Dekra- oder TÜV-Prüfer. Hier wird nicht nur das Fahren geprüft, sondern auch die Fehleranalyse und Fehlerbehebung bzw. Verhalten bei Fahrzeugdefekten. Bis hierher findet alles in kleinen Gruppen statt. jetzt geht es einzeln weiter.
    - Lehrfahrt mit einem Lehrfahrer (kein Fahrlehrer), für erlangung von Streckenkenntnissen, Streckenführungen, Umgang mit Fahrkunden, Verhalten im Liniendienst und Ausdauer
    - Prüfung am Ende der Lehrfahrt durch einen Fahrmeister, Zulassung zum Fahrer durch den Leiter der Fahrschule.


    Ausgleichzeiten sind etwas vollkommen anderes als Wendezeiten. Ausgleichzeiten gibt es bei der BVG, Wendezeiten hingegen nicht, oder nicht mehr. Die gab es mal in den 40-er bis 60-er Jahren. Bei der BVG gab es Wendezeiten noch bis in die 70er Jahre hinein. Heute sind die Zeiten an den Wendestellen reine Ausgleichzeiten, die errechnet werden (passend zum Umlaufplan) und dienen zum Ausgleich für Verspätungen, Kontrolle des Fahrzeuges und schreiben der Fahrzettel und ggf. Bemägelungskarten. Der Rest der Zeit ist für den Fahrer (Essen, Rauchen, Austreten, Telefonieren).


    Das trifft aber nur für den Bereich Bus und Tram zu. Ich habe momentan keinen Kontakt zu U-Bahn- oder S-Bahn-Fahrern (auch wenn die S-Bahn nichtmehr zur BVG gehört).



    Gruß Tatra

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