Digitalisierung - eine Gefahr für das Fahrpersonal? - Was meint ihr dazu?

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  • Hallo,


    diese Woche stellte Mercedes-Benz einen autonomen Bus vor. [Quelle (http://www.zdnet.de/88274903/m…autonomen-future-bus-vor/)]
    Dieser braucht zwar noch einen Fahrer, aber vieles wird ihm durch die Technologie des Busses abgenommen.
    Somit betrachte ich es mit Sorge, das man bald keine Busfahrer mehr braucht und nicht nur Busfahrer sind von der Technologie betroffen...
    Zusammengefasst bin ich der Meinung, das durch die Digitalisierung die Arbeitslosigkeit in die Höhe steigt!
    Was meint ihr dazu?

    :)


    Gruß


    Dorian

    Meinungsmaulkorb von M²&J ? <X Nein danke!

  • Busfahrer sind doch dank des technischen Schnickschnacks in den Wagen eh schon komplett überwachbar und zu einem "Maschinenbediener" degradiert worden. "Kollege Computer" sagt dir wann du abfahren musst, übernimmt die Ansagen und der Fahrscheindrucker rechnet dir auf Wunsch sogar noch das Wechselgeld aus (wenn die Fahrscheine nicht schon am Automaten verkauft werden).


    Für mich hat der Beruf dadurch schon seine Reize verloren und die zunehmende Digitalisierung ist nur eine Fortsetzung dieses Weges.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!

  • Ich glaube nicht, dass wir in naher Zukunft von Computern durch die Gegend kutschiert werden, weil sich die Technik noch in einem sehr frühen Zustand befindet. Zwar gibt es ja schon selbstfahrende U-Bahnen, aber auch diese fahren auf einer unabhängigen Trasse, wie auch dieser Bus. Ich würde mich auch eher unsicher fühlen, wenn ich in einem Bus ohne Fahrer sitzen würde. Aber auch einem zusätzlichem Fahrer wird schnell langweilig und vergisst den Verkehr, denkt nur mal an den Unfall mit einem Tesla, die jetzt auch elektrische Busse und LKWs bauen wollen.


    Ich glaube dementsprechend nicht an ein zeitnahes aussterben der Busfahrer.

  • Die Digitalisierung wird fortschreitend Arbeitsplätze kosten und einige Experten werfen da Zahlen zwischen 10-15 Prozent in den Raum. Das dieser Prozess jetzt aber durch die neuen autonomen Fahrzeuge in Gang gesetzt wird, glaube ich nicht. Die Fahrzeuge sind bei weitem nicht ausgereift und viele Fragen nicht geklärt. Ich denke nicht, dass der Großteil der Busfahrer mit einem Verlust des Arbeitsplatzes in den nächsten 20 Jahren rechnen muss, gleiches gilt für meine Lokführer Kollegen. Traurig finde ich nur wie die Automobilkonzerne und Grube die Entwicklung zu verkaufen zu versuchen, nämlich als effizienter und sicherer. Doch der einzige Grund für diese Entwicklung ist der Profit.

  • Sicherer ist es schon, wenn dann alle Fahrzeuge autonom fahren. So kann es beispielsweise nicht mehr zu Unfällen aufgrund von Trunkenheit, Unaufmerksamkeit usw. kommen. Und selbstverständlich denken alle Unternehmen an Profit, auch die Verkehrsbetriebe. Auch sie möchten / müssen ihr Geld verdienen.


    Was ich von autonomen Bussen halten soll, kann ich nicht sagen. Schade ist es um die Busfahrer, die irgendwann mal nicht mehr dem Job nachgehen können, weil sie halt "zu viel" Personal sind, das zu teuer ist und nicht (mehr) gebraucht wird.

  • Zitat

    Zusammengefasst bin ich der Meinung, das durch die Digitalisierung die Arbeitslosigkeit in die Höhe steigt!


    Nicht zwingend. Hab ich bei der Automatisierung der U-Bahn Nürnberg auch gedacht. Bis ich irgendwann mal gehört hab, wie viele Leute man dafür jetzt in der Leitstelle braucht, nämlich eine ganze Menge mehr als vorher.

  • Aber mal im Ernst: sicher fühlen würde ich mich da auch nicht...


    Richtig. Fahrerlose U-Bahn schön und gut, ist systembedingt auch problemlos machbar, aber ein nicht spurgeführtes Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum ohne Person zur Überwachung... nein danke. Das Konzept bietet erst dann die angebliche Sicherheit, wenn nicht nur alle Fahrzeuge, sondern auch alle Menschen, Tiere und sonstige Gegenstände digitalisiert sind. Geht aber nicht.


    Ist ja wunderbar, wenn das Fahrzeug Hindernisse vor sich erkennt und entsprechend reagiert, aber was ist mit Dingen, die weiter seitlich passieren und zu einer Gefahr werden können? Das Fahrzeug schaut bis zum Straßenrand, ein Mensch kann auch weiter entfernte Gefahren erkennen und entsprechend handeln. Ganz blödes Beispiel: Eine gut sichtbare Steinlawine, die neben der Straße abgeht und den Bus treffen würde. Der Mensch denkst sich kurz "Oh Scheiße", latscht auf die Bremse und kommt im besten Falle noch vor der möglichen Unfallstelle zum Stehen, weil er die anrollenden Steinmassen schon weit neben der Straße sieht. Der Computer fährt weiter, die Straße ist schließlich frei und bis der erste fliegende Stein zu einer Reaktion führt, ist der Bus wahrscheinlich schon verbeult.


    Gegen technische Unterstützung des Fahrers will ich nix sagen, das kann durchaus nützlich sein. Aber einen kompletten Ersatz des Menschen als Fahrer kann ich mir bisher absolut nicht vorstellen.

  • Da kann ich nur voll und ganz zustimmen. Ein Mensch ist viel sicherer. Ein weiteres Argument gegen diese Digitalisierung sind auch kritische Verkehrsstellen. Beispielsweise ne enge Kurve oder so. Wie kann der Computer denn bitte einschätzen, wann er einlenken soll? So, dass er auch seitlich nichts mitnimmt (Schilder o.ä.). Ein Mensch lernt sowas und weiss auch wie weit er ausholen muss usw. Ob das ein Computer kann, wage ich stark zu bezweifeln...

  • Wenn ich außerdem etwaige Störungen gerade in Berlin an der Außenmatrix mitbekomme. Der Fahrer macht, spätestens wenn er darauf hingewiesen wird, sein Seitenschild vorne rein, denn der Computer erkennt die Anzeige noch als fehlerfrei. Ist die Klima mal defekt oder sind die Fenster verriegelt, wen willste denn darauf hinweisen wenn keiner mehr da sitzt? Oder so Sachen wie: Die Achsen quietschen oder die Tür geht nicht mehr zu/auf.
    Wer ist denn dann mein Ansprechpartner?
    Der Computer kann auch keinen Nothahn bedienen und auf Wünsche und Anmerkungen eingehen.
    Für mich ist diese Vorstellung von völlig autonom fahrenden Bussen nicht gerade sehr schön...

    +++ Map Berlin Tegel 2017 [real] im Showroom +++

    2 Mal editiert, zuletzt von Julian P. ()

  • Der Computer fährt weiter, die Straße ist schließlich frei und bis der erste fliegende Stein zu einer Reaktion führt, ist der Bus wahrscheinlich schon verbeult.


    Die Geschichte hat aber gezeigt, daß sowas egal ist. Es geht nicht um Menschen, sondern um Geld. Außerdem ist ja bekannt, dass erst dann etwas unternommen wird, wenn etwas passiert ist. Vorher nachdenken ist nicht so des Menschen seine Natur.
    Bestes Beispiel: Man verriegelt schön die Cockpittür im Flugzeug, damit keine unbefugten Personen ins Cockpit stürmen können. Das ein Pilot ausgesperrt werden kann und der Co-Pilot durchdreht, hat man vorher nicht bedacht. Naja außer einige "Spinner" bei der NTSB. Die schaffen es nichtmal den Transrapid unfallfrei fahren zu lassen.
    Man entfernt auf den (berliner) U-Bahnhöfen die Aufsicht, somit spart man schonmal Kosten für Sicherheit und Service. Konnte ja vorher keiner wissen, dass die Kameras nicht helfen, wenn jemand zusammengeschlagen wird.


    Und wenn Busse und Bahnen durch die Automatisierung zu den gefährlichsten Dingen auf der Erde werden. Scheiß egal. In 20-40 Jahren wird ein PKW-Führerschein genauso für einige wenige Millionäre bezahlbar bleiben, wie eine komplette Tankfüllung. Bedeutet also, dass Menschen weiterhin darauf angewiesen sind. Menschen sind ersetzbar, aber Geld ist was wertvolles.
    Man bekommt ja jetztschon vor Gericht weniger Strafe für Mord oder Körperverletzung, als für Steuerhinterziehung.


    Aber was soll's. Ich habe ein Alter erreicht, wo ich das sicher nichtmehr erleben muß. Den Beruf des Busfahrers werde ich hoffentlich noch bis zum Lebensende oder bis zur Zwangsrente (mit 78) machen können, soweit es gesundheitlich geht. Also die nächsten 20 Jahre werden sicher noch Busfahrer gesucht und gebraucht. Und nach mir die Sinnflut.

  • Die Aussage, dass es Arbeitsplätze kosten wird, halte ich für falsch.
    Die Digitalisierung hat doch auch in den letzten Jahren und Jahrzehnten, soviele neue Arbeitsplätze geschafft. Die gleiche Angst hatte man auch vor zwanzig Jahren und war da unbegründet.

  • Ich sehe das ganz ähnlich.


    Ist ja wunderbar, wenn das Fahrzeug Hindernisse vor sich erkennt und entsprechend reagiert, aber was ist mit Dingen, die weiter seitlich passieren und zu einer Gefahr werden können? Das Fahrzeug schaut bis zum Straßenrand, ein Mensch kann auch weiter entfernte Gefahren erkennen und entsprechend handeln. Ganz blödes Beispiel: Eine gut sichtbare Steinlawine, die neben der Straße abgeht und den Bus treffen würde. Der Mensch denkst sich kurz "Oh Scheiße", latscht auf die Bremse und kommt im besten Falle noch vor der möglichen Unfallstelle zum Stehen, weil er die anrollenden Steinmassen schon weit neben der Straße sieht. Der Computer fährt weiter, die Straße ist schließlich frei und bis der erste fliegende Stein zu einer Reaktion führt, ist der Bus wahrscheinlich schon verbeult.


    Man muss sich ja nichtmal solche Extremsituationen ausdenken. Gerade im Busverkehr muss ein Busfahrer extrem vorausschauend fahren. Wie heißt es so schön? Man muss zwei Ecken weiter denken! Ich glaube kaum, dass so ein System zuverlässig erkennen kann, dass hinter einer Hausecke ein Auto hervorlugt, wegen dem man nicht in eine enge Straße reinkommt. Oder dass es erkennen kann, dass man den Gegenverkehr vielleicht durchfahren lassen sollte, damit das klappt. Oder auch ein Feuerwehreinsatz am Ende der Straße, wo ein Fahrer schon sieht "da komme ich nicht durch". Sieht ein System sowas? Ich glaube da nicht dran. So weit entwickelt sind serienreife, heutige Systeme einfach nicht, da kann ein Mensch einfach besser entscheiden.
    Und auch im (ich nenne es mal) "Servicebereich" sehe ich enorme Nachteile. Erst gestern ist eine Frau im Bus hingefallen. Der Busfahrer ist sofort rechts ran gefahren und hat sich nach ihrem Zustand erkundigt. Gestern war alles in Ordnung, die Fahrt konnte gleich weiter gehen. Aber was ist, wenn sich dann tatsächlich mal jemand verletzt und dann sogar keine weitere Person im Bus ist? Woher sollte der automatische Bus das wissen?
    Auch sehr häufig zu beobachten ist das "Ich wollte noch raus.", wenn der Busfahrer die Tür schon geschlossen hat. Wie sollte ein Computer sowas erfahren? Es kommt nunmal manchmal vor, dass man vielleicht etwas langsamer auf dem Weg zur Tür ist. Auch dafür habe ich ein Beispiel. Hier gibt es auch eine Frau, die regelmäßig Bus fährt und immer an der gleichen Haltestelle raus will und sehr schlecht zu Fuß ist. Jeder Busfahrer weiß und sieht das; aber ein automatischer Bus wartet auf sowas nicht.
    Im Pkw-Bereich mit der einfachen Beförderung von A nach B für eine Person mag sowas funktionieren, aber in einem Massentransportmittel sehe ich da doch erhebliche Probleme.

  • Mercedes sagt ja in einem Beitrag dazu selbst, dass echte Busfahrer unersätzlich sind. Ich sehe das so, das System soll den Busfahrer auf "leichteren" Strecken entlasten, bzw. einfache Routen fahren, die (wie die Teststrecke) ausschließlich aus separater Spur bestehen. Für Innenstädte geht das aus meiner Sicht wegen der genannten Gründe gar nicht.


    Ich seh das gelassen, um so etwas flächendeckend zu realisieren braucht man jahrzehntelange Tests, Umrüstungen von kompletten Innenstädten, die neuen Busse müssten erstmal angeschafft und gesetzliche Grundlagen (ich könnte mir zum Beispiel eine Art Aufsichtsperson anstelle des Fahrers vorstellen, die dann für solche Fälle wie zuvor genannt da ist, aber kein vollwertiger Busfahrer ist) geschaffen werden, vorher läuft im Regelbetrieb gar nichts, allenfalls als Benutzung von Assistenzsystemen wie sie heute schon in Autos verbaut sind (bzw. Tesla es "offiziell" macht).

    Wir sehen uns alle in der WebDisk wieder :-)

    https://reboot.omsi-webdisk.de/community/

  • Wobei man sagen muss das vieles davon wiederum Arbeitsplätze schafft. Sei es "der Computer" der dir sagt wann du abfahren musst oder so. Es spart außerdem Zeit anstatt erst den Kursplan rauskramen zu müssen und drauf zu schauen und wieder weglegen. Alles eine Frage der Zeit und Effizienz. Die ganzen Sachen müssen auch erstmal hergestellt werden und in diesem Prozess sind wiederum Arbeitsplätze von nöten. Andernseits finde ich es unnötig sowas zu machen. Ein Fahrer ist da und muss ja auch da sein. Dann kanm er auch gleich selbst fahren. Der muss so oder so bezahlt werden. Das gleiche bei der DLR in London wobei ich da auch zumindest einen Vorteil sehe was das automatische fahren von U Bahnen angeht. In der DLR ist pro Zugverband immer eine Person mit dabei die nach dem Start an der Endstelle einmal durch geht und die Tickets kontrolliert und auch so teils. Auch ist diese Person dafür zuständig an der Haltestelle die Türen zu schließen aus Gründen der Sicherheit. Dafür ist an jeder Doppeltür, 4 pro Seite 8 pro wagen, jeweils eine Steuereinheit über die sich die Türen gesondert steuern lassen. Zum bedienen muss ein Schlüssel reingesteckt werden. Letztendlich ist auch hier wieder eine Person mit anwesend und somit könnte sie auch selber fahren. Allerdings kann diese Person während dessen andere Tätigkeiten ausüben wie Tickets kontrollieren was wiederum von Vorteil ist weil man dadurch weniger Kontrolleure brauch für das Netz was wiederum kosten spart. Und Zeit ist Geld. Auch ermöglicht es einen dichteren Takt der in London teils echt wirklich nötig ist. Natürlich auch in anderen Großstädten. Ich meine solange es nicht überhand nimmt und es im gewissen Maße bleibt sehe ich das ganz gelassen. Ist dann vorerst auch mal was "besonderes". Zum Thema Ansagen kann ich noch sagen ist es von Vorteil wenn meist die eine Stimme bei einem Betrieb zu hören ist. Das vermittelt den Fahrgästen wiederum ein besseres Komfortgefühl. Außerdem würde ich von bestimmten Fahrern sicherlich nicht andauernd die Stimme knarzen hören. Da finde ich die Ansagen auch vor allem was Qualität und Möglichkeiten angeht deutlich besser. Sei es Umsteigemöglichkeiten etc. Schafft auch wiederum Arbeitsplätze.

    ;)

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    Einmal editiert, zuletzt von Erik0701 ()

  • Guten Tag,


    Zusammengefasst bin ich der Meinung, das durch die Digitalisierung die Arbeitslosigkeit in die Höhe steigt!


    Na da stimme ich zu!


    Vor allem für die "etwas kleineren" (wie ich), Die wollen (na ja, manche) Busfahrer werden, und wenn dann Automatische Busse kommen, Müssen die sich einen anderen Traumberuf suchen!


    (Also ich will U-Bahn- Fahrer werden, Aber da es in Nürnberg schon teilweise eine automatische u-bahn gibt, wird bald auch die U1 automatisiert sein

    :(

    )


    MFG


    Simon

  • Wobei man sagen muss das vieles davon wiederum Arbeitsplätze schafft. Sei es "der Computer" der dir sagt wann du abfahren musst oder so. Es spart außerdem Zeit anstatt erst den Kursplan rauskramen zu müssen und drauf zu schauen und wieder weglegen. Alles eine Frage der Zeit und Effizienz. Die ganzen Sachen müssen auch erstmal hergestellt werden und in diesem Prozess sind wiederum Arbeitsplätze von nöten. Andernseits finde ich es unnötig sowas zu machen.


    Dann "kackt" die Technik mal ab und was dann? Oder du bekommst Schrott angeliefert. Doch einen Plan aus Papier? Das wäre wohl eine sinnfreie Redundanz. Zudem kann Kollege Computer nie die Erfahrung ersetzen. Jeder Busfahrer weiß, wann und wo er ruhig mal zwei Minuten später abfahren kann und am nächsten Umsteigepunkt trotzdem pünktlich ankommt. Der Computer piept zur Abfahrtszeit gnadenlos.

    U-Bahn fahren heißt Zeit ersparen!